Dienstag, 16. Juli 2024
Arbeitsgemeinschaft Landtechnik und Landwirtschaftliches Bauwesen in Bayern e.V.

Das Langhaus

Entwurf: Johannes Pelz, Julia Steinbacher

Unterschiedliche Nutzungen unter einem Dach

Modellfoto
Modellfoto
Innenräumliche Perspektive
Innenräumliche Perspektive

Geländemodell
Geländemodell

Um die alten Obstbäume weitgehend zu erhalten, wird das längliche Gebäude entlang der Baumreihen positioniert. Dadurch wird das Grundstück in Zonen aufgeteilt und ein privater Innenhof geschaffen. Die Parallelstellung des Gebäudes zur Straße sowie die straßenseitige Fassade fördern die Kontaktaufnahme der Besucher mit den Tieren, so dass der Hof erlebbar wird. Wegen der notwendigen Einfahrtshöhe für die Traktoren weist die straßenzugewandte Längsseite eine höhere Traufhöhe auf, was zu einer asymmetrischen Form des Gebäudes führt.

Der Entwurf sieht ein ‚Langhaus‘ vor, das unter Rückbesinnung auf traditionelle Arbeitsweisen in der Landwirtschaft alle wichtigen Funktionen unter einem Dach vereint. Die Stall- und Lagerflächen sowie die Stellplatzmöglichkeiten der Traktoren werden aneinandergereiht und durch einen Gang verbunden.
Der Hühnerstall zu Beginn des Langhauses unterteilt sich in einen offenen Auslaufbereich und einen geschlossenen Schlaf- und Legebereich. Darauf folgen die kleine Maschinenhalle mit Stellplätzen für zwei Traktoren sowie der Schweinestall am Ende des Gebäudes. Dieser gliedert sich in eine Schlafbox, den Fress- und Spielbereich sowie den Auslauf- und Kotbereich. Im Obergeschoss befinden sich Lagerflächen für Einstreu und Futter, die über eine Klappe direkt nach unten befördert werden können. Belichtet und belüftet wird das Gebäude zusätzlich über ein Oberlicht am First.
Auf Wunsch der Bauherren soll für die Konstruktion des Stalles nach Möglichkeit Holz aus dem eigenen Wald verwendet werden. Daher wird das Tragwerk bewusst schlicht gehalten und auf große Querschnitte verzichtet. In einem 4-Meter-Raster stehen auf der Betonplatte in sich steife Gespärre, welche auf dem Prinzip eines liegenden Pfettendachstuhls basieren und die Queraussteifung des Gebäudes gewährleisten. Auf den Gespärren liegen weitere Pfetten und Sparren, die wiederum die Ziegel-Dachhaut tragen. Zur Längsaussteifung befinden sich am Anfang und Ende des Gebäudes diagonale Streben. Als Gebäudehülle wird eine einfache vertikale Bretterschalung verwendet, welche aus Belichtungs- und Belüftungsgründen zum Teil porös ausgebildet ist.


  • Lehrstuhl: Technische Universität München (TUM), Lehrstuhl für Entwerfen und Konstruieren,
    Prof. Florian Nagler, Ana Sammeck, Judith Resch
  • Aufgabenstellung: "Biolandhof bei Augsburg" - Revitalisierung eines traditionellen Bauernhofes im Sinne einer ökologischen Landwirtschaft
  • Entwurfsschwerpunkt: Landwirtschaftsgebäude mit einem Schweine- und Hühnerstall sowie einer kleinen Maschinenhalle auf dem Dorfgrundstück