Donnerstag, 23. Mai 2024
Arbeitsgemeinschaft Landtechnik und Landwirtschaftliches Bauwesen in Bayern e.V.

Mit Naturbaustoffen Geld sparen

Bauherr: Ulrich Schindele
Konzept: Architekturbüro Junker + Partner

Der Stall der Familie Schindele wurde im Jahr 2012 errichtet. Statt einem Futtertisch gibt es einen Futterbarren, die Tiere fressen an der frischen Luft und der Bauer füttert im Vorbeifahren. Der Stall wurde in Hof nähe gebaut und dem Geländeverlauf angepasst. Durch den Verzicht auf die Jungrinderseite und den Futtertisch wird das Gebäude mit ca. 16 m nicht sehr breit. Damit ist der Bau auch am Hang einfacher und das Gebäude wird nicht so wuchtig.

Die Hülle des Stalles wurde von der örtlichen Zimmerei erstellt. Diese hat dabei auf eine traditionelle Bauweise mit Stützen, Pfetten und Sparren zurückgegriffen. Sie hat nicht versucht die großen Hallenbauer zu kopieren. Dass der Zimmerermeister seine Arbeit beherrscht, zeigt sich auch am Preis. Die Hülle mit Ziegeldach war deutlich preiswerter als das Alternativangebot mit Sandwichblecheindeckung. Ein großer Teil der Kosteneinsparung ist sicher auf die geschickte Konstruktion zurückzuführen.
Die Kopfbänder stellen die Längsaussteifung des Gebäudes sicher und ermöglichen gleichzeitig schlanke Pfettenquerschnitte. Dem Zimmerermeister ist es gelungen, alles in Massivholz zu erstellen. Das spart ebenfalls bares Geld. Durch das Ziegeldach wirkt der Stall nicht nur landschaftsverträglicher, er ist es auch. Das naturrote Ziegeldach glänzt nicht, es spiegelt nicht, die Farbe und Oberflächenstruktur sind gefälliger als bei einem Blechdach. Für die Seitenwände hat sich die Familie Schindele für Wickelplanen entschieden. Sie lassen sich vollständig öffnen. Dies ist bei einem Stall wichtig und gewährleistet je nach Wetterlage eine gute Durchlüftung oder einen bestmöglichen Wetterschutz. Gestalterisch sind sie leider nicht der Renner. Die Giebelseiten wurden mit sägerauhem unbehandeltem Fichtenholz verschlossen. Das Holz erhält mit den Jahren eine unregelmäßige dunkle oder silberne Patina. Wie ein alter Feldstadel eben. Es wird sich niemand daran stören. Ganz im Gegenteil, die alten Feldstädel werden als Bereicherung in der Landschaft angesehen. Ihr altes Holz ist wertvoll und gefragt für den Innenausbau. Soweit wird es bei dem mit Anstrichfarbe vergifteten gelben Holz neuer Ställe und Hallen nicht kommen. Es wird teuer entsorgt werden müssen. Egal ob wir Dachziegel mit Blech oder unbehandeltes Holz mit behandeltem vergleichen. Die Dachziegel und das unbehandelte Holz sind bei den Lebenszykluskosten, bei den Energiebilanzen und allen anderen Umweltfaktoren immer im Vorteil.
Grundriss
Grundriss