Montag, 27. Mai 2019
Arbeitsgemeinschaft Landtechnik und Landwirtschaftliches Bauwesen in Bayern e.V.

Beschreibung und Aufgabe von Korrekturdaten

Was sind Korrektursignale?

Wie im Beitrag zu Fehlerquellen bei der Positionsbetimmung beschrieben, werden der Weg und damit die Laufzeiten der Ortungssignale vom Satelliten zum Empfänger durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst.

Um diese Fehler in der Signallaufzeit ausgleichen zu können, sind feste Referenzstationen am Boden erforderlich, deren exakte geografische Lage bekannt ist. Aufgabe dieser Referenzstationen ist es, aus der bekannten eigenen Position und den Informationen über die Lage der einzelnen Satelliten in ihrer Flugbahn die Laufzeit der Ortungssignale zu prognostizieren. Die Differenz aus der prognostizierten und der tatsächlichen Laufzeit der Signale stellt den Laufzeitfehler dar, der dann als satellitenspezifischer Korrekturfaktor den mobilen Empfangsgeräten in regelmäßigen Abständen zur Verfügung gestellt wird. Auch bei der Übertragung dieser Korrekturdaten muss auf eine möglichst geringe Latenz des Signales geachtet werden.

Empfangsgeräte, die technische dazu in der Lage sind, solche Korrektursignale bei Ihrer Positionsbestimmung mit einzubeziehen, werden als differentiell korrigiertes GPS (DPGS) bezeichnet.

Warum werden Korrektursignale für den Einsatz von Satellitenortungssystemen in der Landwirtschaft benötigt?

Ohne die Einbeziehung von Korrekturdaten bei der Positionsbestimmung wird eine durchschnittliche Genauigkeit von bis zu 7,8 m mit einer Standardabweichung von 4 m um die tatsächliche geografische Lage des Empfängers erreicht. Um Satellitenortungssysteme für landwirtschaftliche Arbeitsabläufe in der Acker- und Grünlandbewirtschaftung überhaupt verwenden zu können, sollte eine Positionsgenauigkeit von weniger als 1 m erreicht werden. Ausnahme hierbei bilden Ertragskartierungen, die geringere Anforderungen an die Präzision stellen. Für diesen Zweck können Abweichungen von 1 bis 2 m um die tatsächliche Lage unproblematisch sein. Einige landwirtschaftliche Anwendungen fordern aber Genauigkeiten von weniger als 5 cm. Diese Präzision kann nur durch die Berücksichtigung von Korrektursignalen bei der Positionsbestimmung erzielt werden.

Stand: Dezember 2018; UR: Streicher, ALB Bayern e.V.