Montag, 26. Oktober 2020
Arbeitsgemeinschaft Landtechnik und Landwirtschaftliches Bauwesen in Bayern e.V.

Pflanzenschutz im Wandel - Neue Wege bei der Unkrautbekämpfung

Landshuter Landtechniktag am 31. Januar 2020 an der Landmaschinenschule in Schönbrunn

Zur Unkrautbekämpfung ist der Einsatz von Herbiziden bei konventionell wirtschaftenden Landwirtschaftsbetrieben nach wie vor gängige Praxis. Eine hohe Schlagkraft und gute Wirksamkeit bei vertretbaren Verfahrenskosten sind die wesentlichen Vorteile.
Allerdings begrenzen steigende Anforderungen an Neuzulassungen, Anwendungsbeschränkungen und Verbote zunehmend den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln. Auf mittlere Sicht werden daher mechanische Verfahren der Unkrautregulierung erforderlich sein, die den Herbizideinsatz ergänzen oder ersetzen.

Landshuter Landtechniktag am 31. Januar 2020 an der Landmaschinenschule des Agrarbildungszentrums Schönbrunn mit 140 Teilnehmer
Landshuter Landtechniktag am 31. Januar 2020 an der Landmaschinenschule des Agrarbildungszentrums Schönbrunn mit 140 Teilnehmer

Im Ackerbau sind in gewachsenen Pflanzenbeständen Striegel und Hacken die bedeutendsten Gerätearten zur mechanischen Unkrautbekämpfung. Die Wirksamkeit einer Einzelmaßnahme ist in der Regel deutlich geringer als bei Herbizideinsatz.

Die Wirkung beider Gerätearten besteht vor allem im Verschütten junger Unkräuter und Ungräser. Aber auch das Herausreißen aus dem Boden trägt zum Bekämpfungserfolg bei.

Veranstalter und Referenten, von rechts: Veranstalter C. Beckmann (LMS), Dr. M. Müller (ALB); Referenten Dr. B. Vinzent (LfL), J. Schneck, W. Hofstellter, M. Störringer
Veranstalter und Referenten, von rechts: Veranstalter C. Beckmann (LMS), Dr. M. Müller (ALB); Referenten Dr. B. Vinzent (LfL), J. Schneck, W. Hofstellter, M. Störringer

In seinem Einführungsvortrag beleuchtete Herr Johann Schneck von der Staatlichen Fachschule für Agrarwirtschaft die Zusammenhänge aus pflanzenbaulicher Sicht. Er hat in Feldversuchen festgestellt, dass die sicherste Wirkung erreicht wird, wenn die Unkräuter zum Zeitpunkt des Hackens oder Striegelns noch nicht aufgelaufen sind. Anstatt damit zu warten sollten Maßnahmen deshalb im Zweifelsfall eher zeitig stattfinden. Grundsätzlich gilt: Je kleiner die Unkräuter, desto sicherer ist der Bekämpfungserfolg.

Aber auch die Bodenbeschaffenheit hat großen Einfluss auf die Wirksamkeit der Maßnahmen. Die Böden dürfen nicht zu feucht sein. Nur dann sind sie schüttfähig und verdecken mit dem Hacken oder Striegeln die Unkräuter und Ungräser unter sich.

Am Ende seines Vortrags stellte Herr Schneck noch fest: Striegeln muß gelernt sein. Die Kunst besteht darin, sich in unterschiedlichen Situationen allmählich an die Grenzen der Kulturverträglichkeit heranzutasten. Auch das trägt maßgeblich zum Bekämpfungserfolg bei.

Dr. Beat Vinzent von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft eräuterte die technischen Möglichkeiten der mechanischen Unkrautbekämpfung im Zeitalter von Digitalisierung und Satellitennavigation.

Zunächst zeigte er die verschiedenen Möglichkeiten der automatischen digitalen Reihenführung mittels RTK, Kamerasteuerung und Ultraschall. Anschließend gab er Einblick in Entwickungsaktivitäten hin zur Feldrobotik.

Verbraucher sehen den Einsatz digitaler Verfahren der mechanischen Unkrautbeämpfung wegen der umweltschonenderen Produktion positiv, so Dr. Vinzent. Einer Umfrage zufolge stimmen sie mehrheitlich einer Förderung mit öffentlichen Finanzmitteln zu. Förderung durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gibt es seit Frühjahr 2019 (BaySL digital, E-Mail: baysldigital@stmelf.bayern.de).

Anschließend folgten noch zwei Praktikerberichte und die Demonstration der wichtigsten Geräte.

Am Landshuter Landtechniktag, der von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft fachlich unterstützt und gemeinsam von der Landmaschinenschule Schönbrunn und der ALB Bayern e.V. veranstaltet wurde, nahmen 140 Personen teil.

FACHVORTRÄGE

Verfahren und Techniken der mechanischen Unkrautbekämpfung - ein Überblick

Fachreferent: Johann Schneck, Staatliche Fachschule für Agrarwirtschaft, Fachrichtung Ökologischer Landbau, Landshut-Schönbrunn

Automatisierte mechanische Unkrautbekämpfung: Aktuelle Entwicklungen, ökonomische Aspekte und Akzeptanz

Fachreferent: Dr. Beat Vinzent, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL-ILT), Freising

PRAKTIKERBERICHTE

Mechanische Beikraut Regulierung

Referent: Martin Störringer, Biolandwirt in Waibling, Lkr. Dingolfing-Landau

Hackgeräte-Einsatz im Lohnunternehmen Hofstetter

Referent: Wolfgang Hofstetter, Landwirt und Lohnunternehmer, Steinhöring, Lkr. Ebersberg

MASCHINENPRÄSENTATIONEN

Thema: Mechanischer Pflanzenschutz - Hacke/Striegel

Fa. Horsch, Referent: Johannes Schmidt

Thema: Mech. Pflanzenschutz - Hacke/Striegel

Fa. Einböck, Referent: Max Kavena

Thema: Mech. Pflanzenschutz - Elektrisch

Fa.: Zasso, Referent: Hr. Eichelseder

Thema: Mech. Pflanzenschutz - Hacke/Striegel

Fa. Lemken, Referent: Hr. Karl

Thema: Mechanischer Pflanzenschutz

Fa. Treffler, Referent: Hr. Pux

Thema: Mechanischer Pflanzenschutz – Hacke

Fa. Dickson-Kerner, Referent: Hr. Dick

Thema: Mech. Pflanzenschutz – Hacke - Kamera

Fa. Schmotzer, Referent: Hr. Seufferlein

Thema: Mech. Pflanzenschutz - Hacke/Striegel

Fa. Hatzenbichler, Referent: Hr. Tischhöfer

Thema: Mechanischer Pflanzenschutz - Unkrautschneider

Fa. Profiagrartechnik, Referent: Hr. Werner

BILDERGALLERIE: Maschinenpräsentationen und Vorführung in der Bodenhalle

Die Tagung richtete sich an Landwirte, Berater und alle weiteren Interessierten.

Programmflyer: Landshuter Landtechniktag 2020


Veranstalter

  • Landmaschinenschule des Agrarbildungszentrums in Landshut / Schönbrunn
  • ALB Bayern e.V.

Kooperationspartner

  • Institut für Landtechnik und Tierhaltung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft