Samstag, 23. März 2019
Arbeitsgemeinschaft Landtechnik und Landwirtschaftliches Bauwesen in Bayern e.V.

55 Jahre ALB Bayern

Ein geschichtlicher Rückblick der Jahre 1949 - 2004

Ein Festvortrag von Dr. Heinrich Pirkelmann

55 Jahre ALB Bayern (Arbeitsgemeinschaft für landwirtschaftliches Bauwesen in Bayern e.V.) sind eine wechselvolle Geschichte mit einem schwierigen Anfang. Dabei zeichnen sich in der Entwicklung 3 Perioden ab, die in der Entstehung zwei wesentliche Merkmale gemeinsam haben.

  • ALB wurde gegründet in schwierigen Zeiten zur Bewältigung von wirtschaftlichen Krisen und großen Herausforderungen
  • Die Initiative weitsichtiger Männer war immer eingebettet und abgestimmt mit den Verantwortlichen der öffentlichen Verwaltung, den zuständigen Ministerien und den Gremien des Berufsstandes

1. Periode

Die ersten Ansätze entstanden auf nationaler Ebene in Deutschland und gehen zurück auf die Rationalisierungsbestrebungen zur Überwindung der Agrarkrise Ende der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts. Aus einem zunächst losen Zusammenschluss als Arbeitskreis der Bauberatungsstellen unter der Obhut der preußischen Hauptlandwirtschaftsminister (HLK) im Jahre 1924 und einem 1927 fester gefügten Arbeitsausschuss bei der Reichsforschungsgesellschaft unter Führung der Gesellschaft zur Förderung der inneren Kolonisation (GFK) entstand schließlich 1930 über die technische Rationalisierungsstelle im Reichsernährungsministerium als eigenständige Organisation die Arbeitsgemeinschaft für landwirtschaftliches Bauwesen. Hauptinitiatoren waren dabei Dr. Stolt von der GFK und Dr. Böhmer von der HLK.

Mit Förderung durch das Reichskuratorium und die zuständige Reichs- und Landesbehörden konnte die Neuorganisation ALB trotz der schwierigen allgemeinen Wirtschaftslage sichtbare Erfolge aufweisen, wurde aber bereits 1933 durch den Agrarpolitischen Apparat der NSDAP und den aufgestellten Reichsnährstand gleichgeschaltet und zunächst liquidiert. Nur wenige Jahre später wurde die ALB als unentbehrliche Notwendigkeit angesehen und fand eine gewisse Wiederbelebung unter Landwirtschaftsrat Grebe neben und im Reichsnährstand, bis einschließlich mit dem Zusammenbruch des Ritten Reichs 1945 auch deren Ende eintrat.

2. Periode

In der Wiederaufbauphase nach dem 2. Weltkrieg war die Landwirtschaft gefordert, den Hunger zu besiegen und die große Zahl von Heimatvertriebenen zu integrieren.

Ziel war es möglichst viele Existenzen zu gründen, um Brot und Arbeit zu schaffen. In diese Phase fällt die Neubegründung der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des landwirtschaftlichen Bauwesens im Juli 1949 auf Bundesebene. Tatkräftige Unterstützung wurde geleistet vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unter Mitwirkung der Länder des Bundesgebiets, der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG), den Landwirtschaftskammern, dem Kuratorium für Technik in der Landwirtschaft (KTL), den Arbeitsgemeinschaften der ländlichen Siedlungsträger, den deutschen Tierzuchtverbänden, verschiedener Forschungsinstitute wie dem Institut für Bauforschung in Hannover und erfahrenen Einzelpersonen aus Landwirtschaft und landwirtschaftlichem Bauwesen. Die ALB wurde mit vorläufigem Sitz in Frankfurt am Main ins Vereinsregister eingetragen. Um einer übermäßigen Zentralisation vorzubeugen und die Erfahrungen und Bedürfnisse der Praxis besser nutzen zu können, wurden in einzelnen Ländern Landesgruppen (Sektionen) gegründet und zwar in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

Die ALB Bayern, gegründet am 04.11.1949 ist davon die älteste Länder-ALB. Beteiligte Organisationen und Gründungsmitglieder waren:

  • Ökonomierat C.W. Fromm, Rittergut Breinau bei Coburg, 1. Vorsitzenender
  • Dr. Dürrwächter und Dr. Nichterlein, BStMELF
  • Staatsekretär Franz Fischer, Leiter der obersten Baubehörde, StMI
  • Dr. Alois Egger, Bayerischer Bauernverband
  • Dr. Andreas List, Landesverband bayerischer Bauinnungen
  • Dr. Mayer, Bayerische Landessiedlung
  • Otto Ritter, Architekt, geschäftsführendes Vorstandsmitglied
  • Max Brauneis, Landwirt Windsbach
  • Josef Ober, BLT Beirat
  • Dr. H. Haushofer, Beirat

Die Geschäftsstelle der ALB Bayern war beim BBV angesiedelt.

Als Zielsetzung wird in der Satzung festgelegt: „Die ALB Bayern bezweckt in gemeinnütziger Weise die Erfassung, Auswertung und Vorbereitung alles Bewährten auf dem Gebiete des landwirtschaftlichen Bauwesens und die Zusammenfassung alles Fachkräfte in Forschung und Praxis“.

Eine vordringliche Aufgabe war, den großen Nachholbedarf aus der Kriegszeit zur Sanierung und Modernisierung der vielfach veralteten Wohnhäuser und Stallungen zu bewältigen. Dazu war es unter anderem erforderlich, in den meist vielseitig organisierten Betrieben arbeitswirtschaftliche Verbesserungen durch Übergang von der üblichen Queraufstallung zur Längsaufstallung einzuführen und einfache Lüftungsanlagen zur Verbesserung des Stallklimas einzusetzen. In größeren Rinderbeständen wurden bereits erste Offenlaufställe für Jungvieh, aus Amerika kommend, und mobile Sauenhütten mit Weidehaltung erprobt. Auch erste Aussiedlungen wurden angegangen, z.T. nur mit 7 ha, Betriebe mit 15 ha gehörten bereits zu den großen.

Trotz intensiver Bemühungen konnte die damalige ALB nicht den erwünschten durchschlagenden Erfolg verbuchen und trat nach außen wenig in Erscheinung. Andererseits entstand ein zunehmender Beratungsbedarf, da die Technisierung in den Betrieben immer weiter fortschritt, ein verstärkter Strukturwandel einsetzte und wachsende Tierbestände entsprechenden Stallungen und Betriebsgebäude forderten.

3. Periode

Aus dieser Situation wurde im Jahr 1964 auf Initiative von Dr. Egger, Generalsekretär des BBV und Architekt Hartmuth die ALB als eigenständige Organisation wiederbegründet. Damit beginnt die aktive Phase der ALB.

In den Vorstand wurden gewählt:

  • Herbert Tepass, Landwirt, Ziegelei und Bauunternehmen, Kienberg – Oed
  • Rudolf Klee, Obermeister der Bauinnung, Pfaffenhofen
  • Dr. Alois Egger, Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes
  • Heinz Geisel, Architekt im Ziegelindustrieverband
  • Rupert Hartmuth, Architekt im Bayerischen Bauernverband
  • Dr. Rupert Mayer, Direktor der Bayerischen Landessiedlung
  • Leonhard Murr, Landwirt und MdB, Moosbach
  • Josef Ober, OLR, Ing. und Leiter der Abteilung Stallbau und Tierhaltung, BLT Grub
  • Otto Ritter, LR. a. D., Architekt, Neugilching

Als erster Vorstand wurde H. Tepass gewählt, der dieses Amt über 30 Jahre innehaben sollte. Als 1. Geschäftsführer fungierte zunächst kommissarisch Rupert Hardtmuth, ab November 1966 Reg. Dir. a.D. Dick, der im BStMELF vorher für die Ernährungssicherung zuständig war. Aus dem BStMELF, das diese Einrichtung von Anfang an unterstützte, war MDir. Dr. Sailer in den Vorstand delegiert.

Für die Geschäftsstelle wurde zunächst ein Büro in der bayerischen Landwirtschaftsbank in München zur Verfügung gestellt. Anstehende Renovierungsarbeiten erforderten aber bereits 1966 eine Verlagerung.

Laut Vorstandbeschluss und mit Zustimmung von MD Hopfner und Prof. Keymer, der nun in den Vorstand delegiert war, erfolgte zum Januar 1967 die Verlagerung der Geschäftsstelle nach Grub. Die damit einhergehende Vernetzung mit den Arbeiten der BLT und den personellen Verflechtungen brachten gegenseitige Befruchtung und erwiesen sich als erfolgversprechendes Konzept. Gleichzeitig wurde Josef Ober mit der Geschäftsführung betraut. Damit begann die Tradition, dass der jeweilige Leiter der Abteilung Tierhaltung und Bauwesen auch die Geschäftsführung in der ALB wahrnahm. Dies waren:

  • Josef Ober (1967 – 1971)
  • Dr. Günter Koller (1971 – 1982)
  • Klaus Hammer (1983 – 1993)
  • Prof. Anton Grauvogl (1993 – 1994)
  • Dr. Heinrich Pirkelmann (1994 – 2000)
  • Dr. Josef Naderer (2001 – 2003)
  • Dr. Heinrich Pirkelmann (2003 – 2004)

In der Geschäftsstelle in Grub trat als Sekretärin Frau Carpenter ein, die diese Tätigkeit bis 1989 wahrnahm und den Kontakt zur ALB bis zu Ihrem Tod im Jahr 2004 aufrecht erhielt. Ihr folgte Frau Sondersorg, die mit Hingabe und Umsicht die Geschäftsstelle betreute und in ihrem

Auftrag der ALB

Die Aufgaben der ALB und ihre Tätigkeitsfelder sind in der Satzung beschrieben. Dem generellen Auftrag zur Förderung des landwirtschaftlichen Bauwesens dienten dabei insbesondere folgende Maßnahmen:

  • Forum und Mittler zwischen Verwaltung, Wissenschaft und Praxis der Land- und Bauwirtschaft
  • Erarbeitung und vor allem Umsetzung von Grundlagen des wirtschaftlichen Bauens
  • Entwicklung und Erprobung geeigneter Bauarten und Bauweisen für die Landwirtschaft
  • Sammlung und Auswertung des einschlägigen Wissens, Wissenstransfer durch Vorträge, Veröffentlichungen, Beratung und praktische Schulungen
  • Erstellung von Lehrmaterial und Beratungsunterlagen

Diesem Auftrag entsprechend wurden jährlich wenigstens zwei eigene Fachtagungen durchgeführt oder Mitwirkung bei anderen Veranstaltern geboten. Im Vordergrund standen dabei bautechnische, baurechtliche und produktionstechnische Themen. Aber auch Fragen der Betriebsorganisation, der Erschließung neuer Einkommensquellen und der Förderung des ländlichen Raums wurden abgehandelt.

Der Vermittlung des praktischen Wissens diente die Mitwirkung in der Baulehrschau der BLT in Grub, die von vielen tausend Besuchern aus der Landwirtschaft, Industrie und Beratung zur Information und zu Schulungszwecken aufgesucht wurde. Auf ein bis zwei Lehrfahrten pro Jahr konnten aktuelle Baulösungen und Betriebskonzepte im In- und Ausland vorgestellt und wertvolle Impulse für die eigene Arbeit der Mitglieder gegeben werden.

Arbeitsausschuss

Eine tragende Säule in der Arbeit der ALB war und ist der im Januar 1967 gegründete Arbeitsausschuss mit einem ca. 20-köpfigen Team von Experten aus Architektur, Bauwirtschaft, Tierproduktion, Landtechnik, Betriebswirtschaft, Veterinärmedizin und landwirtschaftlicher Praxis. Erster Obmann war Josef Ober in Doppelfunktion mit der Geschäftsführung. Danach übernahmen jeweils die Leiter des Sachgebietes Bauplanung und Technik in der BLT als Architekten diese Aufgabe:

  • Bodo Mittrach (1972 – 1987)
  • Ronald Juli (1987 – 1997)
  • Winfried Hankewitz (1997 – 2000)
  • Peter Mattern (2000 – 2001)
  • Gracia Lauber (2001 – 2002)
  • Peter Mattern (2002 – 2004)

Insgesamt wurden über 300 Arbeitsblätter erstellt. Bearbeitet wird ein breites Spektrum von den verschiedenen Varianten der Betriebsgebäude, Stallungen für alle Nutztierarten und bauliche Anlagen bis hin zu Einrichtungen für Ferien auf dem Bauernhof, Weinbau und Selbstvermarktung. Die Sammlung wird kontinuierlich um aktuelle Themen erweitert und regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht, wenn dies bau- und produktionstechnische Weiterentwicklungen oder Änderungen im Bau-, Tierschutz-, Wasser- oder Umweltrecht erfordern. Durch die interdisziplinär ausgewogene und auf neuesten Wissensstand begründete Ausarbeitung erfreuen sich die Blätter einer regen Nachfrage und werden wegen des hohen Qualitätsstandards auch als technische Regelwerke, einem Normenstatus vergleichbar, herangezogen.

Kooperierende Behörden und Organisationen

Ein wesentliches Element für die Breitenwirkung der ALB war das Eingebundensein in ein umfassendes Geschehen und die Partnerschaft mit benachbarten Behörden und Organisationen, aus denen auch viele Persönlichkeiten Verantwortung für die ALB übernahmen.

Aus dem bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten engagierten sich neben den bereits genannten Namen wie Dr. Sailer und Prof. Keymer die Innenarchitektin Frau Gsaenger und MR Menner, der zunächst als delegiertes, dann als gewähltes Vorstandsmitglied und stellvertretender Vorsitzender die ALB in vielfältiger Weise unterstützt und die Spezialberater für landwirtschaftliches Bauwesen eng in die Arbeiten der ALB eingebunden hat. Dies trifft auch für die Nachfolger LMR Schöhl und MR Pusch zu.

Von der bayerischen Landesanstalt für Tierzucht in Grub, eine dem Ministerium unmittelbar nachgeordnete Behörde, wurden nicht nur die Büroräume für die Geschäftsstelle zur Verfügung gestellt, sondern die jeweiligen Präsidenten Prof. Bogner, Dr. Hofmann, Dr. Gottschalk und Dr. Pirkelmann schufen die notwendigen Rahmenbedingungen für eine gute Zusammenarbeit und unterstützten die personellen Verbindungen zur Realisierung beidseitiger Interessen und Ziele.

Von der TU München, Lehrstuhl für Planen und Bauen im ländlichen Raum war Prof. Gebhard ein engagiertes Vorstandsmitglied, stellvertretender Vorsitzender und geistiger Vordenker in der Ausrichtung der ALB. Sein Nachfolger am Lehrstuhl, Prof. Reichenbach – Klinke führte diese Tätigkeit im Verein fort.

Intensive Verbindungen bestanden auch zu mehreren Instituten der TU in Weihenstephan mit Ausrichtung auf die tierische Veredlung, die Betriebswirtschaft und vor allem der Landtechnik mit deren Mitarbeitern Dr. Schulz, Prof. Boxberger, Prof. Schön, Dr. Wendl, Dr. Haidn und Architekt Simon. Wegen der engen fachlichen Vernetzung wurden auch viele Vortragsveranstaltungen und Seminare gemeinsam veranstaltet.

Gute Kontakte wurden wegen vieler gemeinsamer Interessen auch mit der Akademie ländlicher Raum, insbesondere unter der Leitung von Prof. Magel, gepflegt. Daraus entstanden auch zahlreiche gemeinsame Fachtagungen.

Mitarbeiter des bayerischen Bauernverbandes waren wie Dr. Egger bereits als Gründungsmitglieder oder später Dr. Münsterer als delegiertes Vorstandsmitglied aktiv und über all die Jahre verlässliche Partner. Eine fruchtbare Zusammenarbeit bestand vor allem mit den verantwortlichen Architekten wie Hartmuth, Seidl und Frau Bölle. Mitbegründerin der ALB war auch die bayerische Landessiedlung, die mit ihren Geschäftsführern Dr. Schüller und Dr. Plendl in der Vorstandschaft vertreten war. In neuerer Zeit wurde diese Funktion von Weiß und Geißler wahrgenommen.

Eine sehr intensive Zusammenarbeit bestand von jeher mit den Verbänden und Organisationen der Industrie und des Handels. Hervorzuheben sind insbesondere die Dachorganisationen wie der Fachverband Zement, der Verband der Ziegelindustrie und der Industrieverband Steine und Erden, die mit Borgmann, Dr. Unger, Noack und Loders auch verantwortliche Tätigkeiten in der Vorstandschaft übernahmen.

Vielfältige Unterstützung wurde in ideeler und materieller Weise von der Baywa AG gewährt. Erfahrene Mitarbeiter wie Kurz und Knorr waren mit ihren reichen Praxiserfahrungen wertvolle Mitglieder im Arbeitsausschuss.

Ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch wird mit allen Länder – ALBs gepflegt, um die jeweiligen Arbeitsprogramme kennen zu lernen und gemeinsame Aktivitäten abzustimmen. Die Betreuung erfolgt über das KTBL, das 1969 aus der Zusammenlegung der Bundes – ALB und des KTL entstanden ist.

Unverzichtbare Partner waren immer die Medien. Enge Kontakte wurden vor allem zum Landwirtschaftlichen Wochenblatt und zu DLZ gepflegt, die bei der Veröffentlichung von Fachbeiträgen und der Vermittlung von Informationen wertvolle und unerlässliche Hilfestellung gaben.

Nicht vergessen sind schließlich unsere vielen praktischen Landwirte, die ihre Betriebe für Besichtigungen und Versuchsanstellungen bei der Erprobung neuer Verfahren zur Verfügung gestellt und ihre unternehmerischen Erfahrungen in die Diskussionen und Arbeitsausschüsse eingebracht haben.

Vorsitzende

Eine besonders glückliche Hand hatte die ALB mit der Wahl ihrer Vorsitzenden. Herbert Tepass leitete über 30 Jahre die Geschicke der ALB mit Umsicht und Weitblick. Sein fundiertes Wissen als Landwirt und Bauunternehmer, den Kernbereichen der ALB, war gepaart mit einem ausgeglichenen und verbindlichen Wesen, aber auch mit Geradlinigkeit und Stehvermögen in schwierigen Verhandlungen und anstehenden Entscheidungen.

Minister Hans Maurer hat aus seiner politischen Arbeit reiche Erfahrung und ein umfangreiches Wissen eingebracht. Mit einem klaren Konzept und Zielstrebigkeit hat er über 10 Jahre die ALB geführt und sie auf die anstehende Umstrukturierung vorbereitet.

Beide verstanden es, neben dem fachlichen Engagement bei den diversen Veranstaltungen auch die Geselligkeit mit Witz und Humor zu pflegen und damit das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitglieder zu fördern. Ihre regelmäßige Präsenz motivierte zur konstruktiven Mitarbeit.

Zusammenfassende Wertung und Ausblick

Die ALB Bayern kann mit Befriedigung und Stolz auf den erreichten Stand und die Leistungen in den vergangen 55 Jahren, vor allem aber der letzten 40 Jahre zurückblicken. Auf dieser Basis hätte in fachlichen Belangen zweifelsohne auch in Zukunft eine aus eigener Kraft erfolgreiche Arbeit fortgeführt werden können.

In jüngster Zeit haben sich jedoch die äußeren Rahmenbedingungen in einigen Einflussbereichen wesentlich verändert und damit den schon seit längerem diskutierten Zusammenschluss mit dem Landtechnischen Verein (LTV) in Weihenstephan als eine sinnvolle und zukunftssichernde Maßnahme heranwachsen lassen. Wichtige Gründe dafür sind die Umstrukturierungen in den Landesanstalten und die Anmahnungen des obersten Rechnungshofes sowie Wünsche des BStMLF hinsichtlich der Förderung beider Vereine. Zudem sind auf der fachlichen Ebene Bau und Technik eng miteinander verbunden und besitzen viele Wechselbeziehungen, so dass die organisatorische Zusammenführung konsequent erscheint.

In allen anderen Bundesländern haben die ALBs bereits bisher beide Fachgebiete betreut. Dies sprach dafür, auch in Bayern die ALB im Namen zu erhalten, aber nunmehr in der Benennung: Arbeitsgemeinschaft für Landtechnik und landwirtschaftliches Bauwesen mit Sitz am Institut für Landtechnik, Bauwesen und Umwelttechnik der neu gegründeten Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Weihenstephan.

Beide Vereine wurden gleichwertig durch Neugründung zum 1. August 2004 in der Fusion zusammengeführt mit direkter Übernahme aller Mitglieder. Daraus ist ein leistungsstarker, neuer Verein mit ca. 450 Mitgliedern entstanden, der die Aufgaben und Ziele beider Vorgängerorganisationen gleichermaßen weiterbetreuen kann und gute Voraussetzungen mit sich bringt, die anstehenden Herausforderungen mit Kreativität und Innovationskraft in der Zukunft zu bestehen.

Durch die Zusammenführung mit dem LTV endet zum 31.7.2004 die Geschichte der eigenständigen ALB in der alten Prägung und es beginnt eine neue Ära der ALB mit erweitertem Aufgabenbereich.